Von Tobi, Bikeslife Forchheim – Fahrrad-Profi & Berater seit über 15 Jahren
Die Frage kommt fast täglich in unserem Store in Forchheim: „Soll ich auf ein Gravel Bike wechseln — oder bleibe ich beim Rennrad?“ Dahinter steckt meistens keine technische Frage, sondern eine Frage nach dem Fahrstil. Wer die Antwort kennt, kauft einmal richtig. Wer sie nicht kennt, steht zwei Jahre später mit dem falschen Rad in der Werkstatt.
Dieser Artikel zeigt, wie Stevens beide Welten 2026 aufbaut als Beispiel — und welches Konzept zu welchem Fahrertyp passt.
Was Stevens unter „Rennrad“ versteht
Stevens denkt Rennräder konsequent vom Leistungsgedanken her. Die beiden Plattformen Arcalis und Xenith werden ausschließlich über den Custom-Konfigurator konfiguriert — es gibt kein Serienmodell mit Standardausstattung. Das ist eine bewusste Entscheidung: Rennrad-Käufer bei Stevens sollen ihr Rad aktiv mitgestalten, von der Schaltgruppe bis zum Laufradsatz.
Das Arcalis ist der Aero-Spezialist. Der Rahmen wiegt weniger als 950 Gramm STEVENS Bikes und wurde im Windkanal optimiert — bei 207 Watt Leistung auf 45 km/h attestierten Tester ein „Sehr gut“ in der Aerodynamik-Wertung. Tour Magazin Reifenfreiheit: max. 30 mm. Zielgruppe: Fahrer, die auf Asphalt strukturiert trainieren, KOM-Segmente jagen oder Jedermann-Rennen fahren.
Das Xenith adressiert die andere Rennrad-Welt: Ausdauer statt Aerodynamik. 6,99 Kilogramm im Testgewicht — für ein Endurance-Modell ein Topwert STEVENS Bikes, so das RennRad Magazin. Die komfortablere Geometrie mit längerem Steuerrohr und abfallendem Oberrohr erlaubt lange Stunden im Sattel, ohne den Rücken zu belasten. Reifenfreiheit: max. 32 mm. Basiskonfigurationen starten bei 3.399 € für das Xenith und 3.699 € für das Arcalis. Tour Magazin
Beide Modelle eint: Sie sind ausschließlich für asphaltierten Untergrund konzipiert. Schotter, Feldwege, die Seitentäler der Fränkischen Schweiz — das ist nicht ihr Terrain.
Expertentipp: Das Custom-Modell von Stevens ist kein Nachteil, sondern ein echtes Qualitätsmerkmal. Wer ein Rennrad nach Maß kauft, bekommt exakt die Komponenten, die zu Körper, Fahrstil und Budget passen — statt eines Kompromisspakets vom Serienband.
Was Stevens unter „Gravel Bike“ versteht
Beim Gravel-Sortiment denkt Stevens 2026 in zwei klar getrennten Familien — und das ist wichtig zu verstehen, bevor man kauft.
Die Gavere-Baureihe ist die neue Alu-Plattform, vollständig neu entwickelt für 2026. Stevens fasst damit alle bisherigen Alu-Gravel-Modelle — Prestige, Tabor, Supreme Pro, Supreme — in einer einzigen Baureihe zusammen. Velomotion Das Gavere gibt es in sieben Varianten: vom einfachen Einstiegsmodell mit mechanischer Schaltung bis zum Gavere Pro mit elektronischer SRAM Apex AXS 1×12 für 2.499 €. Ohne Schutzbleche ist eine Reifenfreiheit von 50 mm möglich STEVENS Bikes, alle Modelle haben Gewindeösen für Gepäck, Schutzbleche und Bento-Bags.
Die Camino-Baureihe ist die Carbon-Antwort — ebenfalls in zwei Richtungen. Das Camino und das Camino Pro betonen Adventure und Tourtauglichkeit: integrierte Kabelführung, zahlreiche Bikepacking-Mounts, 45 mm Reifenfreiheit, mehrtagestaugliche Auslegung. Das neu hinzugekommene Camino RS geht in eine völlig andere Richtung: aerodynamisch optimierter Carbonrahmen, renntaugliche Geometrie, Gewicht ab 8,07 kg im Topmodell — dafür kein Bikepacking, keine Schutzblech-Ösen, konsequent auf Speed ausgelegt. Rennrad-News.de Das Camino RS startet bei 3.299 €.
| Stevens Gravel — Überblick 2026 | Gavere (Alu) | Camino Pro (Carbon) | Camino RS (Carbon Race) |
|---|---|---|---|
| Preiseinstieg | ab ~1.999 € (Com) | nicht ausgewiesen | 3.299 € |
| Schaltung Top-Modell | SRAM Apex AXS 1×12 | Shimano GRX 820 2×12 | SRAM Force AXS / GRX 825 Di2 |
| Max. Reifenfreiheit | 50 mm | 45 mm | 45 mm |
| Bikepacking-Mounts | ja | ja | nein |
| Zielgruppe | Einsteiger bis Sportfahrer | Allround, Touren | Race-Gravel |
Expertentipp: Das Camino RS ist der einzige Stevens im Gravel-Sortiment, der bewusst auf Alltagstauglichkeit verzichtet. Wer Bikepacking plant, Schutzbleche braucht oder Mehrtagestouren fährt, greift zum Camino oder Gavere — nicht zum RS. Das RS richtet sich an Fahrer, die das Tempo eines Rennrads mit der Geländetauglichkeit eines Gravelbikes kombinieren wollen.
Die Entscheidung: Welcher Fahrertyp wählt was?
Statt Fahrertypen abstrakt zu beschreiben, hier vier konkrete Szenarien aus dem Beratungsalltag bei Bikeslife:
Szenario 1 – Der strukturierte Trainingsfahrer: Du fährst 4–5 Mal pro Woche, trackst Watt und Zeit, nutzt Strava-Segmente als Messlatte. Deine Routen führen 90 % auf Asphalt. Dein Bike: Stevens Arcalis oder Xenith — je nachdem, ob du auf Aero oder Langstreckenkomfort setzt.
Szenario 2 – Der Wochenend-Entdecker: Du fährst am Wochenende 60–100 km, oft mit gemischtem Untergrund. Die Schotterrouten durch das Trubachtal oder das Püttlachtal reizen dich, aber bisher blockiert dein Rennrad. Dein Bike: Stevens Gavere Pro oder Camino Pro — je nach Budget. Beide erlauben Reifen bis 45–50 mm und haben alle Mounts für Touren-Equipment.
Szenario 3 – Der ambitionierte Rennfahrer mit Gravel-Ambitionen: Du willst auf Schotter so schnell sein wie auf Asphalt, planst Gravel-Rennen oder Events wie den Ötztaler in der Gravelvariante. Bikepacking ist kein Thema. Dein Bike: Stevens Camino RS — das einzige Stevens-Gravel mit echter Aero-Auslegung und unter 8 kg im Topmodell.
Szenario 4 – Der Pendler mit Sportanspruch: Du fährst täglich zur Arbeit und willst am Wochenende auch mal ins Gelände. Du brauchst ein Bike, das beides kann — mit Schutzblechen, Dynamo-Option und trotzdem sportlicher Geometrie. Dein Bike: Stevens Gavere FEQ (mit Alltagsausstattung) — das einzige Modell in dieser Kombination. Alle Details dazu im Bikeslife Online-Katalog.
Gravel in der Fränkischen Schweiz: Was das konkret bedeutet
Die Region rund um Forchheim ist für Rennradfahrer gut erschlossen — der Main-Radweg, die Wiesenttal-Route, die Kreisstraßen durch das Aufseßtal bieten hunderte Kilometer auf Asphalt. Wer das fährt, braucht kein Gravel Bike.
Aber: Wer tiefer in die Seitentäler will — Trubachtal, Püttlachtal, die Forstwege zwischen Gräfenberg und Pottenstein — stößt mit einem Rennrad an harte Grenzen. Die 30 mm Reifenfreiheit des Arcalis reichen dort nicht aus. Ein Stevens Gavere mit 45-mm-Schwalbe-G-One-Reifen dagegen meistert diese Strecken ohne Kompromiss.
Das ist kein Argument gegen das Rennrad. Es ist ein Argument dafür, das richtige Bike für das richtige Terrain zu wählen. Und in einer Region wie der Fränkischen Schweiz, die beides bietet, ist die Frage „Rennrad oder Gravel?“ oft gleichbedeutend mit der Frage: „Wie weit willst du wirklich fahren?“
Fazit: Eine Entscheidung, die zum Weg passen muss
Stevens baut 2026 beide Kategorien auf hohem Niveau — aber mit klar unterschiedlicher Philosophie. Rennräder wie das Arcalis und Xenith sind Präzisionswerkzeuge für Asphalt, ausschließlich im Custom-Programm erhältlich und ab 3.399 € konfigurierbar. Die Gravel-Linie von Gavere bis Camino RS deckt ein deutlich breiteres Spektrum ab — von 1.999 € Einsteiger bis 5.199 € Race-Carbon — und erlaubt Reifen bis 50 mm für echtes Geländefahren.
Wer in der Fränkischen Schweiz zuhause ist und die Region vollständig erschließen will, für den ist das Gravel Bike 2026 die sinnvollere Erstentscheidung. Wer ausschließlich strukturiert auf Asphalt trainiert, bleibt mit einem Stevens Arcalis oder Xenith besser bedient.
Komm zur Beratung nach Forchheim — wir finden gemeinsam das Modell, das zu deinen Strecken passt. Den aktuellen Stevens-Bestand findest du vorab im Bikeslife Online-Katalog.
FAQs
F1: Kann ich ein Stevens Rennrad auch auf Schotter fahren? Mit einem Xenith sind bis zu 32 mm Reifen möglich — leichter Schotter und gut ausgebaute Feldwege sind damit fahrbar. Für echte Gravel-Routen mit 40+ mm Reifenanforderung ist es nicht ausgelegt. Das Arcalis kommt mit max. 30 mm nicht über leichten Belag hinaus.
F2: Was ist der Unterschied zwischen Gavere und Camino bei Stevens? Gavere = Aluminiumrahmen, bis 50 mm Reifenfreiheit, Einstieg ab ~1.999 €. Camino = Carbonrahmen, bis 45 mm, Adventure- und Race-Varianten, höheres Preisniveau. Beide haben Bikepacking-Mounts — außer dem Camino RS, das ausschließlich auf Race-Performance ausgelegt ist.
F3: Ist das Stevens Camino RS ein Rennrad oder ein Gravel Bike? Konzeptionell ein Race-Gravel: Aero-Carbonrahmen, Gewicht unter 8 kg (Topmodell), aber 45 mm Reifenfreiheit. Keine Bikepacking-Ösen, keine Alltagsausstattung möglich. Es liegt zwischen beiden Kategorien — für Gravel-Rennen gedacht, nicht für Touren.
F4: Warum gibt es keine günstigen Stevens Rennräder unter 3.000 €? Stevens bietet Rennräder nur im Custom-Programm an — Arcalis ab 3.699 €, Xenith ab 3.399 €. Im Einstiegsbereich gibt es das Aviolo 6.1 ab 1.199 €, ein Allround-Sportrad mit Rennlenker, das aber nicht die Specs eines echten Race-Rennrads hat.
F5: Welches Stevens Gravel Bike eignet sich für die Fränkische Schweiz? Für gemischtes Terrain mit Schotter- und Asphaltanteilen: Stevens Gavere Com oder Gavere Pro. Beide kommen mit 45-mm-Reifen serienmäßig, haben Bikepacking-Mounts und funktionieren auch als Alltagsrad. Für reine Race-Ansprüche auf Schotter: Camino RS.
F6: Lohnt sich Fahrrad-Leasing für ein Stevens Gravel Bike? Ja — besonders für Modelle zwischen 2.000 und 4.000 €, die bei dienstlicher Nutzung steuerlich gefördert werden. Bikeslife bietet Leasing an: bikeslife.de/fahrrad-leasing.
Stevens-Modelle zum Anfassen. Komm in unseren Store nach Forchheim — wir zeigen dir den Unterschied zwischen Arcalis, Xenith, Gavere und Camino in der Praxis. Schnell verfügbare Modelle findest du vorab im Bikeslife Online-Katalog.






